I am back

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Hallo, da bin ich wieder. Nach mehr als 7 Monaten Abstinenz, bin ich nun wieder in der Lage meinen Blog mit Rezepte zu füllen. Das ist zwar Off-Topic, ich hoffe, dass ist OK für euch. Nun dazu, warum ich für eine so lange Zeit nicht online war. Ich bin im August am Guillain-Barré Syndrom (GBS) erkrankt.

GBS ist eine entzündliche Erkrankung der Nerven. Das typische Symptom ist eine an den Händen oder Füßen beginnende Lähmung und Sensibilitätsstörung, die sich allmählich immer weiter zum Körperstamm hin ausbreitet. Dem GBS liegt eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems zugrunde. Mir ging es ja schon einige Wochen vor dem richtigen Ausbruch nicht gut. Ich war ständig müde und hab mir dann bei einer Wanderung eine ziemlich starke Bronchitis zugezogen.

Mein Schatz und ich waren eigentlich mit dem Hausumbau beschäftigt, ich konnte jedoch fast gar nicht mehr mithelfen, weil ich immer schwächer wurde. Aufgrund des Umbaus schliefen wir bei den Schwiegereltern. Meine Hände und Füße begannen zu brennen wie Feuer, jede Berührung tat mir weh. Mein Rücken schmerzte und ich benötigte Hilfe beim Aufstehen, weil meine Beine schwächer und schwächer wurden. Während dieser Zeit suchte ich einen Neurologen in Mödling auf, der leider eine völlig falsche Diagnose stellte. Er meinte, dass das nur psychisch bedingt sei. Auch das Krankenhaus Mödling schickte mich zwei Mal nach Hause, ich bekam lediglich eine Schmerzinfusion.

Auf eigene Faust machten sich meine Schwiegereltern und ich nach Wiener Neustadt auf. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich schon nicht mehr alleine stehen und ich hustete immer schlimmer. Im Spital wurden wir sofort auf die Neurologie verwiesen. Die Ärzte waren sich schnell einig – es ist das Guillain-Barré-Syndrom. Ich hatte davon nie was gehört, konnte es aber nicht mehr googeln, da meine Hände schon taub waren. War aber wahrscheinlich besser, weil so wusste ich nicht, welche harten Monate auf mich zukommen würden.

Ich bekam sofort Immunglobuline, aber leider konnten diese die fortschreitenden Lähmungen nicht stoppen. Dann ging alles ziemlich schnell. Nach vier Tagen in Wiener Neustadt bekam ich einen Hustanfall und versuchte nach Luft zu schnappen. Ich drohte zu Ersticken. Das waren die schlimmsten 30 Minuten meines Lebens. Der herbeigerufene Notarzt sedierte und intubierte mich. Stunden später kam ich im Kaiser Franz Josef Spital in Wien zu mir. Ich lag auf der Intensivstation, ich war an diversen Maschinen angeschlossen und war vollständig gelähmt. Von Kopf bis Fuß. Reden konnte ich auch nicht mehr, da ein Beatmungsschlauch in meinem Hals steckte. Dieser wurde nach 2 Wochen durch eine Tracheal Kanüle (Luftröhrenschnitt) ersetzt. Durch das GBS war meine Lunge gelähmt. Außerdem hatte ich mir eine böse Lungenentzündung zugezogen. Das war aber nicht meine letzte. Diverse Infektionen und Keime musste ich in meiner 6 monatigen Krankenhauskarriere durchstehen.

Ich war für 3 Monate auf der Intensivstation, nach einem Monat und etlichen Plasmapheresen später wurde ich ins Neurologische Krankenhaus Rosenhügel überstellt. Das war für mich ein absoluter Glücksfall. Hier wurden schon einige GBS Patienten behandelt. Drei lange Monate konnte ich mich nicht bewegen, nicht sprechen, nicht selbständig atmten, nicht schlucken und meine Augenlider nicht schließen. Ich war gefangen in meinem Körper und hatte trotz Morphiumpflaster unerträglich starke Schmerzen.

Ich bin trotz dieser Umstände immer positiv geblieben. Meine Familie, meine Freunde und besonders meinem Schatz gebührt großer Dank. Jeden Tag hatte ich Besuch, bekam unzählige Genesungswünsche und mir wurde Klatsch und Tratsch erzählt. Die Kommunikation war ja etwas schwierig, da ich aufgrund des Tracheastomas nicht sprechen konnte und meine Besucher nicht unbedingt gut im Lippenlesen waren.

Es dauert eine lange Zeit bist sich die Nervenzellen neu bilden und somit wieder das Gefühl und die Bewegungen zurückkommen. Mitte November konnte ich die Finger auf der linken Hand wieder bewegen, dann kamen meine Arme dran, Schultern, rechte Hand… Anfang November bekam ich eine Sprechkanüle eingesetzt und konnte nun endlich kommunizieren. Langsam wurde ich vom Sauerstoff entwöhnt, Magensonde und Trachealkanüle wurden entfernt und Ende November kam ich in die Frühreha Station. Intensive Physio und Ergotherapie standen tagtäglich am Plan. Bis Ende Jänner war ich dort, lernte langsam wieder eigenständig zu sitzen, mit Messer und Gabel zu essen… eigentlich musste ich alles wieder neu erlernen, da meine Muskeln aufgrund des langen Liegens komplett abgebaut haben.

Nun bin ich noch auf Reha im NRZ Rosenhügel und kann mittlerweile schon mit Krücken gehen. Die Zehen sind die einzigen Körperteile, die sich noch nicht steuern lassen. Aber ich habe schon so viel geschafft, daher ist das eigentlich nur mehr eine Kleinigkeit.

Ab nächsten Samstag bin ich dann endlich wieder zu Hause und kann mich wieder meiner großen Leidenschaft, dem Kochen widmen.

In der Ergotherapie konnte ich schon mein Können unter Beweis stellen. Neue Rezepte kommen also bald online.

Danke für eure Unterstützung.

Hier ein paar Videos von meinem Kampf zurück ins Leben:

 

 

 

 

 

10 Kommentare Gib deinen ab

  1. Alexander Heger sagt:

    Hallo Kathi,

    Da Geissler Matz hat mir den Link gerade weitergeleitet und ich hab mir alles durchgelesen und angeschaut…großen Respekt!!! Mein Papa hatte 93ig einen sehr schweren Forstunfall den er nur knapp überlebt hat. Schädelbasisbruch, anfangs einseitig gelähmt, Magensonde, nicht sprechen, essen, trinken oder gehen können, 3 Wochen Koma, 1 Jahr Krankenhaus, 1 Jahr Reha. Das hat ihn und sein Umfeld stark geprägt. …und trotzdem ist es nicht nur negativ, denn man lernt viel über sich selbst und über andere…bekommt einen anderen Blickwinkel auf das Leben.
    Auf alle Fälle wünsche ich dir weiterhin alles Gute auf deinem Genesungsweg!!!
    LG
    Alex

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    1. Kathi sagt:

      Danke, lieber Alex. Es freut mich echt voll von dir hören. Du hast vollkommen recht, so eine Krankheit prägt einen. Ich muss das selbst noch immer ein bißchen verdauen, ich realisier das erst jetzt langsam, was da mit mir passiert ist. Liebe Grüße

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  2. Liebe Kathi, ich hab über facebook deine schlimme Erkrankung mitbekommen, und auch, wie tapfer und stark du dagegen kämpfst. Wollte dir nur meine Bewunderung dafür aussprechen, ich freue mich, dass es immer weiter bergauf geht! Alles Liebe wünscht dir deine alte Kollegin Claudia

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  3. Kerstin König sagt:

    Liebe Kathi, ich freue mich sehr, dass du diesen Weg geschafft hast. Dass du so stark und kämpferisch geblieben bist ist eine Eigenschaft, die man nicht lernen kann. Ich wünsche euch alles erdenklich Liebe, Kerstin

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  4. Lisa H. sagt:

    Liebe Kathi!

    Habe gerade Deine Erzählungen durchgelesen und bin richtig sprachlos über das was Du alles mitmachen musstest!! Ich bewundere Deine Stärke und Deinen Ehrgeiz – seh ja nun auch wieder Deine Fitnessstudio-Einträge auf Facebook! 🙂 Ich wünsch Dir weiterhin nur das BESTE, Gesundheit & Alles Gute!! 🙂 Glg. Lisa

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  5. Liebe Kathi jetzt bin ich vollkommen daneben hab nicht gewusst was mit dir war und was du durchgemacht hast. Meine grösste Hochachtung vor dir du bist etwas Besonderes und ein grosses Vorbild für jene bedauernswerten Menschen denen es ähnlich geht, Alles, alles Gute für die Zukunft wünsche ich dir von ganzen Herzen ❤ ❤ Glg. und weiterhin viel Freude bei deinem Hobby und lass es mich bitte wissen wann du bei PromiDinner bist, ich muss mir das unbedingt ansehen ❤

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    1. Kathi sagt:

      Danke Gertraud, das ist so lieb von dir ❤️❤️❤️

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